Donnerstag, 25. April 2013

Versammlung der Verunglückten I

Prof. Magnus Striet hat in seinem Eröffnungsreferat der Diözesanversammlung implizit den im Säkularen allgegenwärtigen Relativismus als Maxime auch für die Kirche gefordert. Das Stichwort lautet "Freiheit". Der Einzelne ist laut Striet letzter und einziger Richter der eigenen Lebensführung und des eigenen Glaubens und die Kirche habe sich danach zu richten. Dies sei Gottes Wille.

Und obwohl die Anweisung hieß, er solle in seinem Referat die Situaton der Welt darstellen, hat er sich nicht geschämt, gleich mal Forderungen zu stellen ("Zulassungsbedingungen zum Amt" aka Frauenweihe, "unterschiedliche Lebensentwürfe" aka Ehebruch etc.)... den Widerspruch zu seiner These der "einklagbaren absoluten Freiheit" nennt er "Sünde".

Das fängt ja gut an...
*grusel*


Nachtrag: Wenn ich so drüber nachdenke... eigentlich trifft Prof. Striet damit genau den Nerv der ganzen Veranstaltung. Für ihn ist das was außerhalb von Glaube und Kirche liegt nämlich generell und immer kritiklos als normativ anzuerkennen und anzunehmen. Kritik kennt er nur für Glaube und Kirche. Und die bisher veröffentlichten Fitzel der "Perspektivtexte", auf deren Grundlage die Versammlung arbeiten soll, zeigen immer wieder genau diese Tendenz. 
Ausgehend davon, dass also die absolute und universelle freie Selbstbestimmung das Wichtigste für den heutigen Menschen in unserer(!) Gesellschaft sei (er nannte es, in Anlehnung an Anselm, das "worüber hinaus für den Menschen nichts größeres gedacht werden kann" und fügt gnädigerweise noch "und Gott" hinten an diese Aussage an), fordert Striet in seinem Referat von der Kirche, diesem Bedürfnis vollumfänglich zu entsprechen. Dass sie dem zu entsprechen habe, sei das Identitätsmerkmal der Kirche, weswegen Zuwiderhandlung (die "Angst" davor) Sünde sei...

Kommentare:

  1. Jetzt ist meine letzte Hoffnung zu Staub zerbröselt. Ich hatte immer gehofft, ich könnte bei euch Kirchenasyl beantragen, wenn mein eigener Verein (ev.-luth.) mit seiner bedingungslosen Anpassungsstrategie an den säkularen Mainstream, endgütig gescheitert ist. Protestantischer Puritanismus ist für einen lebensfrohen Menschen manchmal schwer zu ertragen. Aber Katholiken, die evangelischer sein wollen als Martin Luther, das ist schon ein echter Knaller.

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    1. Das Kirchenasyl kannst du ja dennoch bei "uns" finden, nur in Deutschland wird es eben zunehmend bedenklicher... Die "Deutschkatholische Kirche", so ungemein wichtig sie sich auch nimmt, umfasst ja nur einen Bruchteil der Katholiken (nämlich 2%). Und auch unter denen gibt es doch noch einige (auch Bischöfe!) die mit dieser Entwicklung keineswegs zufrieden sind.
      Außerdem ist der Altersdurchschnitt bei der Diözesanversammlung (v.a. im Kontrast zu den jungen aufblühenden Gemeinschaften) durchaus Anlass zur Hoffnung auf eine biologische Lösung des Problems.

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