Samstag, 19. Mai 2012

Überflüssige Diskussion

Bischof Overbeck hat dankenswerterweise das ZdK abgewatscht und darauf hingewiesen, dass das Thema der Zulassung von Frauen zum Weiheamt keiner Diskussion mehr bedarf (Roma locuta...).

Es ist doch so: Der Papst hat erklärt (s. Ordinatio sacerdotalis, 1994), dass die Kirche keine Vollmacht hat, Frauen zur Priesterweihe zuzulassen. Jetzt sagen manche "AHA! Also kann man sie zumindest zur Weihe des Diakons zulassen!". Ähm... nein?
So ein Denken kann nur von mangelnder Bildung herrühren, denn jeder kann sofort nachlesen, dass das Weiheamt ein Sakrament ist, das lediglich in Verschiedenen Stufen in Erscheinung tritt (KKK 1536)... der Papst hat ja auch nicht extra betont, dass Frauen auch nicht zur Bischofsweihe zugelassen werden können...

Man schaue in die Kirchengeschichte: Da gab es Diakoninen bzw. Diakonissen... und zwar jahrundertelang! Nur wurde zu allen Zeiten penibel darauf geachtet, dass ihre Aufgaben und ihre Einsetzung von der der Diakone (dem geweihten Amt!) strikt unterschieden ist (so wurden sie z.B. zu keiner Zeit "geweiht" - im Unterschied zu den männlchen Diakonen!). In den Constitutiones Apostolicae (drittes Jahrhundert) heißt es etwa: "Die Diakonissin segnet nicht und tut überhaupt nichts von demjenigen, was die Priester und Diakone tun, sondern hat die Kirchentüren zu bewachen oder der Schicklichkeit wegen den Priestern bei der Taufe von Frauen zu assistieren." (CA VIII, 28) In der Ostkirche sind Diakonissen seit dem 3. Jahrhundert bezeugt und ihre Existenz ist für den Westen bis ins 13. Jahrhundert belegt. Man lese den Artikel von Eva-Maria Faber im LThK III: "Diakon. II. Historisch-theologisch", worin sie nach ihrer historischen Untersuchung zu dem Schluss kommt: "Aufgrund dieses historischen Befundes würde mit dem Versuch, heute ein Amt der Diakonin zu schaffen, eine neue Praxis begründet, die an keine christliche kontinuierliche Tradition anknüpfen kann." Stellt sich also nur die Frage: Ist das also die Intention der Fordernden?

Alles was mit solchen Forderungens seitens des ZdK u.a. bewirkt wird, ist Frustration, wenn keiner mehr ignorieren kann, dass es nicht dazu kommen wird... Wahrlich, hier ist ein Auf-bruch geschehnen... bis zum Er-brechen über ein Thema zu reden über das es nichts mehr zu reden gibt... haben wir wirklich keine anderen Sorgen auf der Welt und in der Kirche?

Kommentare:

  1. ...interessant auch, dass trotz der Forderung nach "geistlichen" Ämtern und mehr Frauen in der Kirche die Zahl an Ordensfrauen (die wohl auch zum Abnehmen und Verschwinden der Diakonissen geführt hat) kontinuierlich sinkt und man mittlerweile kaum noch einen intakten Frauenorden hat^^

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  2. Ich darf an dieser Stelle die Haltung einer von mir sehr geschätzten Kommilitonin wiedergeben, die für das Frauendiakonat als Weiheamt und das Frauenpriestertum eintritt. Nach ihrer Argumentation sei die Entscheidung des Sl. Johannes Pauls II. was deren Autorität angeht interpretierbar. Denn der Hl. Vater habe hier kein Dogma verkündet - was als einziges Unumkehrbar wäre - sondern lediglich seine Meinung als wie ein Dogma zu glauben angewiesen. Damit sei hier keine endgütlige festlegung getroffen und man könne auch weiterhin getrost für ein Frauenpriestertum eintreten.

    Nun ist die Kommilitonin Philosophin und mag von daher eher geeignet sein, derart difizile Argumentationen zu entwickeln. Aus der Sicht eines Theologienebenfächlers und Historikers kommt das alles allerdings auf das selbe raus.

    Vielleicht gibt es hier einen Berufenen, der in der Lage ist, mir die Sache mal auseinanderzusetzen.

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    1. Ich habe mir erlaubt, darauf zu antworten: http://invenimus.blogspot.de/2012/05/priesterinnenweihen.html

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